KRE 5787Am 12.Juni fand in Neustadt/Dosse die 11. Bildungskonferenz zum Thema Schlüsselfunktion Trainer – Erfolgreiches Lehren und Lernen im Pferdesport statt, auf welcher die Gebrüder-Lütke-Westhuess-Plakette verliehen wurde. Manu Geier war eine der ausgezeichneten Trainer, die die Auszeichnung erhalten hat. Was genau diese bedeutet und wie man sich optimal auf seine Trainerprüfung vorbereitet, erfahrt ihr in einem kurzen Interview mit Manu.

1. Welche Leistungen wurden mit der Gebrüder – Lütke – Westhues – Plakette ausgezeichnet?

Manu: Die Gebrüder Lütke Westhues Auszeichnung ist eine Ehrung für alle Absolventen der Trainer A, B, oder C Prüfungen mit besonderen Leistungen. Sie ist das Gegenstück zur Stensbeck – Plakette, welche an Berufsreiter mit hervorragenden Prüfungsergebnissen verliehen wird. Mit der Auszeichnung sollen die Trainer zum einen für Ihre hervorragenden Leistungen bei der Prüfung, aber auch für Ihre regelmäßige Tätigkeit als Reitausbilder belohnt werden. Es werden Absolventen aus den Bereichen Reiten, Fahren und Voltigieren, sowie aus den Anschlussverbänden, wie Westernreiten und Barockreiten für die Auszeichnung vorgeschlagen. (siehe Google: „Lütke Westhues Auszeichnung)

2. Welche Taktik / Welchen Plan hast du bei der Vorbereitung auf deine Prüfung verfolgt?

Manu: Ich bin beim Lernen ein absolut durchstrukturierter Mensch, hefte alles in Bereiche sortiert ab  und markiere mir die wichtigen Infos mit Textmarkern. Zum Lernen habe ich mir zu den verschieden Bereichen Karteikarten angelegt, zum Beispiel: Reitlehre, Veterinärkunde, Sportlehre, etc. Auf den Karteikarten steht vorne die Frage und hinten die zusammengefasste Antwort. Die Kurzzusammenfassung hilft mir unheimlich gut beim Lernen. 

3. Wie sah die Vorbereitungszeit allgemein aus? Es war neben der Führung deines eigenen Stalls bestimmt nicht immer einfach.

Manu: Die Wochen zwischen den zwei Blöcken war für mich die schwierigste Phase, um Zeit für das Schreiben meiner Lehrprobe, das Lernen und das Reiten zu finden. Ich führe einen eigenen Stall, in dem meine Pferde und Pensionspferde untergebracht sind. Zu der Zeit, in der ich meinen Trainerschein gemacht habe, waren es 13 Pferde, die in Vollpension versorgt werden. Von Montag bis Freitag gebe ich von 14 – 19 Uhr Reitstunden für Anfänger und Fortgeschrittene auf meinen eigenen Pferden. Der Großteil meiner Schüler sind Kinder im Alter von neun bis 14. Außerdem arbeite ich an zwei Vormittagen im Kindergarten, denn ursprünglich habe ich ja Erzieherin gelernt und möchte mich auch aus diesem Beruf noch nicht ganz verabschieden. 

Somit sind im Endeffekt drei Vormittage und das Wochenende übrig geblieben, um mich auf den Trainerschein im reiterlichen, dem Lernen und dem Schreiben der Lehrprobe vorzubereiten. 

Aber jeder, der einen eigenen Stall hat, weiß, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Geht am Stall irgendetwas kaputt, muss man sich als Stallbesitzer schnellst möglichst darum kümmern und es reparieren. Man muss organisieren, planen, fleißig mitanpacken. Als Stallbesitzer ist man eigentlich „Mädchen für alles“. Und neben der täglichen Arbeit rund um die Pferde und deren Versorgung darf man natürlich die Reitstunden nicht vergessen. Denn zum einen muss man die Unterrichtserteilung ja üben und zum anderen braucht man sie als Einnahmequelle. 

Alles in allem muss ich ganz ehrlich sagen, dass es für mich persönlich eine sehr stressige Zeit war, da ich mich als Perfektionistin immer sehr unter Druck setze, um alles möglichst perfekt zu machen. Ohne die Hilfe meines Freundes, meiner Eltern und der Einsteller, die mich tatkräftig unterstützt haben, sodass ich mich abends mal etwas früher aus dem Stall stehlen konnte, ich weiß nicht, wie ich es schaffen hätte sollen. 

4. Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Meine Schüler möchte ich an die Motivations- und Reitabzeichen heranführen und sie auf den ein oder anderen Turnierstart vorbereiten. Ich selbst möchte mich im reiterlichen noch mehr verbessern und auf dem Gebiet der Berittpferde noch weitere Erfahrungen sammeln. 

5. Welche Tipps möchtest du den angehenden Trainern / Interessierten in Bayern noch geben?

Ich kann nur jedem raten über den Tellerrand hinaus zu schauen, sich so viele verschiedene Trainer und deren Trainingsweisen anzuschauen, aber auch zu hinterfragen. Von jedem Trainer kann man sich das ein oder andere abschauen und es in das eigene Training miteinbauen. 

Zudem finde ich den Trainerschein und die Abzeichen, die man im Vorfeld zum Trainerschein braucht, sehr wichtig um sich weiterzubilden. 

Und auch wenn die Zeit des Trainerscheins nicht die einfachste war, möchte ich doch keine Sekunde davon missen. Denn im Trainerschein habe ich ein paar super liebe Mädels kennengelernt, mit denen ich nach wie vor in Kontakt stehe und man sich gegenseitig unterstützt, wenn jemand Hilfe braucht. 

Ich möchte mich auf diesem Weg auch nochmal bei Nadine Hartmann und Christine Hummel für die tolle Vorbereitung und die unermüdliche Motivation bedanken. Wenn der Knoten im Kopf noch so groß war, die Beiden haben nicht aufgegeben, bis es auch die Letzte verstanden hat ☺

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