Turniersport

Das Turnierwesen bei der EWU ist sehr umfangreich. Es reicht von Turnieren speziell für Anfänger und Jugendliche über regionale und überregionale Veranstaltung für erfahrenden Westernreiter bis zur Spitzenentscheidung auf der German Open. Hier werden die Deutschen Meister der EWU ermittelt.

Das Angebot deckt die unterschiedlichen Leistungsstände von Reiter und Pferd ab, sodass für jeden das passende dabei ist..

Das Angebot im Bereich des Turniersports bietet durch ein flächendeckendes Angebot für jeden Interessierten, ob Reiter oder Zuschauer, die Möglichkeit, auf einem Turnier zu starten oder dort vorbeizuschauen. Das breite Angebot von etwa 140 Turnieren im Jahr bietet ausreichend Möglichkeiten, sich sportlich zu messen.

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Reining

Die Reining ist die Dressur der Westernreiter und wird durchgehend im Galopp geritten. Verlangt wird ein sorgsam ausgebildetes Pferd, das rasante Manöver wie die spektakulären Sliding Stops (gleitende Vollbremsung auf der Hinterhand aus dem vollen Galopp), flotte Spins (schnelle 360-Grad-Drehungen) und Roll-Backs (180-Grad-Wendungen auf der Hinterhand) willig und rasant ausführt. Die einzelnen Elemente der Reining sind Aufgaben, die das Pferd ursprünglich bei der Arbeit mit Rindern beherrschen musste.

Reining ist die einzige Westernreitdisziplin, die von der Internationalen Reitervereinigung anerkannt ist. Im Jahr 2002 war in Jerez (Spanien) im Rahmen der  Weltreiterspiele  die  Disziplin Reining erstmalig bei einem internationalen Championat vertreten.

Trail

In dieser Geschicklichkeits-Prüfung müssen die Pferde mindestens sechs Hindernisse bewältigen. Beim Trail sind Nervenstärke, Vertrauen vom Reiter ins Pferd sowie auch das Vertrauen des Pferdes in den Reiter gefordert. Der Reiter muss zum Beispiel ein Tor öffnen und so durchreiten, dass eine Herde imaginärer Rinder auch nicht die geringste Gelegenheit hätte, ebenfalls das offene Tor passieren zu können. Ein anderes Hindernis ist die Brücke, die von dem Pferd vorsichtig, aber bereitwillig überquert werden soll. Auch müssen am Boden liegende Stangen, die man sich als Unterholz im Wald vorstellen kann, ohne Berühren in den verschiedenen Gangarten überschritten werden. Eine andere Übung ist das Rückwärtsrichten des Pferdes durch ein enges Stangen-L oder Stangen-U.

Das gute Trailpferd soll sich unerschrocken und überlegt jedem noch so seltsamen Hindernis nähern, es prüfen und dann ohne Verzögerung bewältigen.

Western Horsemanship

Bei der Horsemanship stehen die Leistungen des Reiters im Vordergrund. Zur Bewertung kommen unter anderem die Hilfengebung und die Haltung des Reiters während der einzelnen Lektionen. Die verlangte Einzel- Aufgabe muss sehr exakt ausgeführt werden, was auch eine enorme Kontrolle des Pferdes voraussetzt. Es sind keine spektakulären, dafür aber penibel nachzureitende Mannöver, die verlangt werden. In der Kürze liegt die Würze. Die Einzelaufgabe geht zu 80 Prozent in die Wertung ein. Der zweite Teil einer Horsemanship fließt zu 20 Prozent in die Wertung ein. Optisch ist dieser zweite Teil eine Pleasure. Im Gegensatz zu einer Pleasure wird hier allerdings weiterhin vor allem das reiterliche Können des Menschen beurteilt.

Western Pleasure

Ein gut ausgebildetes Western Pleasure Pferd geht ruhig und gelassen am losen Zügel und ist aufmerksam gegenüber seinem Reiter und mit feinen Hilfen zu regulieren. Es soll wie schon der Name der Prüfung sagt, seinem Reiter Freude machen.

In der Prüfung werden die drei Gundgangarten, die Bewegungsqualität und die Gesamterscheinung des Pferdes beurteilt.

Die Pferde werden in einer Gruppe in der Bahn vorgestellt, wobei schnellere Pferde innen überholen dürfen. Positiv bewertet werden Pferde, die am angemessen losen Zügel mit einer ihrem Exterieur entsprechenden entspannten Kopf- und Halshaltung flüssig und leichtfüßig vorwärtsgehen. Das Pferd soll sich in allen Gangarten ruhig, aber mit guter in Richtung Schwerpunkt tretender Hinterhand und traktrein und gleichmäßig bewegen. Es soll einen freundlichen und willigen Eindruck machen.

Am Ende der Prüfung wird das Rückwärtsrichten verlangt, auch hierbei soll das Pferd mit minimalen Hilfen flüssig und gerade Rückwärtstreten.

Der Richter schaut alle Teilnehmer in der Bahn gleichzeitig an und gibt die Gangarten vor. Er kann – je nach Regelbuch – Verstärkungen in allen Gangarten verlangen.

Als Fehler gelten bzw. Abzüge gibt es für: zu tiefe Kopfhaltung (in der Profilansicht: die Spitze der Ohren soll nicht tiefer sein als der Widerrist), untakmäßige Gänge, zu hohes oder extrem niedriges Tempo, falsche Gangart, Unterbrechung der Gangart, unnatürliches Aussehen des Pferdes, Pferde die müde, mager oder überfordert aussehen, Ungehorsam, Behinderung anderer Teilnehmer.

Quelle: Die Westernreitlehre / FNverlag

Western Riding

Bei der Western Riding sind vor allem zahlreiche fliegende Galoppwechsel auf den Punkt genau zu absolvieren. Sie gehört zu den anspruchvollsten Disziplinen. Eine Western Riding bedeutet die Vorstellung eines sensiblen, sich losgelassen und mühelos bewegenden Pferdes. Pluspunkte werden vergeben für weiche, taktreine Gänge bei gleichbleibendem Tempo während der gesamten Aufgabe.

Superhorse

Die Superhorse ist – wie der Name schon sagt – eine besonders schwere Disziplin, denn diese Prüfung enthält Elemente aus den vier Disziplinen Reining, Pleasure, Trail und Western Riding. Das Pferd muss für eine Superhorse ein besonders vielseitiges Talent mitbringen. Die Superhorse wird nur von der EWU angeboten.

Showmanship at Halter

Die Showmanship at Halter ist eine Disziplin speziell für Jugendliche. Bewertet wird der Jugendliche, wie er sein Pferd am Halfter vorstellt. Neben der korrekten Aufstellung des Pferdes und der genauen Absolvierung der Aufgabe gehört auch der Pflegezustand von Pferd, Ausrüstung und Kleidung zu den Bewertungskriterien.

Die Jungpferdeprüfung

Dies sind spezielle Prüfungen für Nachwuchspferde, um diese schonend an den Turniersport heranzuführen. Die Jungpferdeprüfungen unterteilen sich in die drei Disziplinen Basis, Trail und Reining. Jungpferdeprüfungen gibt es ausschließlich bei der EWU. Im Rahmen der German Open, der Deutschen Meisterschaften der EWU findet jährlich das Jungpferdechampionat statt. Die Sieger dieser Prüfungen werden "Besten Jungpferd" der drei Disziplinen Basis, Trail und Reining ernannt.

Die Anforderungen, die bei den Jungpferdeprüfungen an Reiter und Pferd gestellt werden, sind an den Ausbildungsstand eines jungen Pferdes angepasst. Bewertet werden neben der Ausführung des Patterns die natürliche Veranlagung in den Grundgangarten, der Körperbau sowie das Temperament des Pferdes.

Cutting

Bei der Rinder-Disziplin Cutting hat der Reiter zweieinhalb Minuten Zeit, in eine Herde hineinzureiten, sich ein Rind auszusuchen und es dann von der Herde abzutrennen (to cut = schneiden). Hier demonstrieren die Pferde katzenhafte Bewegungen und besonders athletische Leistungen, um das Rind am Zurücklaufen zur Herde zu hindern, in dem sie den Weg versperren. Jeder Reiter muss in der vorgeschriebenen Zeit mindestens zwei Rinder arbeiten. Bei der Arbeit darf der Reiter dem Pferd keine Hilfen geben. Den Pferden, die für das Cutting geeignet sind, ist der so genannte „Cow Sense“ angeboren – also der Instinkt, ein Rind „lesen“ zu können: das Pferd muss Bruchteile einer Sekunde vorher wissen, was das Rind tun wird, um jederzeit im Vorteil zu bleiben.

Working Cowhorse

Diese Rinder-Disziplin besteht aus zwei Teilen: Zuerst muss eine Reining-Aufgabe geritten werden, die so genannte „Dry Work“. Anschließend wird zur „Fence Work“ ein Rind in die Bahn gelassen, das von Pferd und Reiter kontrolliert werden muss. Der Reiter hat zwei Minuten Zeit, zunächst das Rind an der kurzen Seite der Bahn zu kontrollieren und es dann an der langen Seite mindestens ein Mal in jede Richtung gegen die Bande zu wenden. Zum Schluss muss der Reiter das Rind zu je einem Zirkel links- und rechtsherum dirigieren.

Ranch Riding

Die Klasse soll die Vielseitigkeit, den Arbeitswillen und die Vorwärtsbewegung im Arbeitstempo des Ranch Pferdes wiederspiegeln. Die Performance des Pferdes soll den Anforderungen an ein Ranch Pferd draußen im Gelände entsprechen. Bewertet werden die Fähigkeiten des Pferdes jederzeit kontrollierbar zu bleiben, auch in schnelleren Gangarten. Wenn es willig und gehorsam an den Hilfen steht, soll das belohnt werden. Eine leichte Verbindung des Zügels zum Gebiss wird belohnt, ein lang durchhängender oder ein ständig anstehender Zügel ist nicht erwünscht. Die Manier des Pferdes und die Qualität seiner Gangarten sind ausschlaggebend.